13'637,00SMI · Schluss 8. Okt. · −1,24 %

DailyDrop.

0,8335USD/CHF · 8. Okt., Abend (Yahoo Finance; finanzen.ch 15 Uhr: 0,8340) · +0,11 %
SMI13,637.00▼1.24%10/8USD/CHF0.83▲0.11%10/8S&P 5007,801.77▼0.22%10/7WTI$88.28▼1.30%10/7Gold$4,140.70▼1.11%10/7
Cybersicherheit · BundQuelle ✓ Publica (Mitteilung, zitiert) · Presse ✓ 7 Medien · Zahl der Betroffenen unbekannt

Hacker erbeuten Daten der Pensionskasse des Bundes. Der Angriff lief über einen Softwarelieferanten

Betroffen sein könnten Löhne, AHV-Nummern und Rentenhöhen von Bundesangestellten. Wie viele Versicherte es trifft, weiss Publica noch nicht. Die Bundesanwaltschaft ermittelt.

Die Pensionskasse des Bundes, Publica, hat am Donnerstag einen Datenabfluss bestätigt. Angegriffen wurde nicht die Kasse selbst, sondern ihr Softwarelieferant PK Softech AG, der Anwendungen für Pensionskassen entwickelt; Publica bestätigte den Namen gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Der Angriff fand laut Publica Ende September statt. Über den Lieferanten verschafften sich die Angreifer offenbar Zugang zu Daten der Kasse. Möglicherweise betroffen sind Angaben zu Löhnen, Vorsorgeguthaben und Rentenhöhen sowie Kontaktdaten. SRF nennt zudem Namen, AHV-Nummern und Angaben zu Lebenspartnern; die RSI berichtet ähnlich. Der Tages-Anzeiger schreibt, die Löhne von Tausenden Bundesangestellten könnten publik werden. Das Softwareunternehmen hat den Angriff nach eigenen Angaben selbst festgestellt und Strafanzeige erstattet. Die Bundesanwaltschaft hat ein Verfahren eröffnet. Wie viele Versicherte und Rentenbeziehende betroffen sind, ist laut Publica unklar. Die Kasse zählte Ende 2025 rund 70'000 aktive Versicherte und 41'600 Rentenbeziehende; das ist der Gesamtbestand, nicht die Zahl der Betroffenen. Publica ist eine der grössten Pensionskassen der Schweiz. Bei ihr sind nicht nur Angestellte der Bundesverwaltung versichert, sondern auch Mitarbeitende von Organisationen, die dem Bund nahestehen. Entsprechend breit ist der Kreis der Menschen, die sich am Donnerstag fragten, ob ihre Daten dabei sind. Die Kasse konnte darauf noch keine Antwort geben. Sie kündigte an, Betroffene zu informieren, sobald die Auswertung abgeschlossen ist.

Publica hat ihre Versicherten informiert. Die Vorsorgeguthaben seien sicher, die Renten würden wie gewohnt ausbezahlt. Die Kasse rät zu Vorsicht bei ungewöhnlichen E-Mails, Anrufen und Nachrichten, weil abgeflossene Personendaten für Betrug missbraucht werden könnten. Offen ist, ob auch Daten anderer Pensionskassen betroffen sind, die mit demselben Lieferanten arbeiten. Mehrere Medien erinnern an den Fall Xplain: 2023 hatten Hacker bei der Berner Softwarefirma Daten erbeutet, die auch Bundesstellen betrafen, und später im Darknet veröffentlicht. Damals zeigte sich, wie verletzlich der Bund über seine Zulieferer ist. Der Fall Publica wirft dieselbe Frage auf: Wie gut prüft eine Behörde, was ihre Lieferanten mit ihren Daten tun, und wie viele echte Personendaten liegen bei Firmen, die Software entwickeln und testen? Für die Betroffenen ist die Gefahr konkret. Wer Name, AHV-Nummer und Lohn eines Menschen kennt, kann täuschend echte Betrugsversuche starten, etwa falsche Anrufe im Namen der Kasse oder der Bank. Die NZZ spricht von einem Cyberangriff auf den Softwarelieferanten, nicht auf Publica selbst. Was genau abgeflossen ist, muss die Untersuchung zeigen; bis dahin bleiben die Angaben vorläufig. Politisch dürfte der Fall Fragen aufwerfen, etwa ob die Lehren aus Xplain auch bei einer selbständigen Anstalt des Bundes wie Publica umgesetzt wurden. Antworten darauf gab es am Donnerstag noch keine.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen
Zahlen des Tages
70'000aktive Versicherte Ende 2025 (Gesamtbestand, nicht Betroffene)
41'600Rentenbeziehende Ende 2025
Ende Sept.Zeitpunkt des Angriffs laut Publica
Sport · JustizQuelle ✓ Staatsanwaltschaft Luzern (Strafbefehl, zitiert) · Presse ✓ 6 Medien

Granit Xhaka erhält eine bedingte Geldstrafe für ein gefälschtes Covid-Zertifikat. Er akzeptiert

Der Captain der Fussball-Nationalmannschaft ist per Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Luzern verurteilt worden, wie NZZ, SRF, Tages-Anzeiger und Le Temps berichten. Die Strafe beträgt 50 Tagessätze zu 3000 Franken, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren. Der Vorwurf lautet auf Erschleichen einer falschen Beurkundung. Xhaka hatte Ende September eingeräumt, 2022 ein gefälschtes Covid-Zertifikat gekauft zu haben. Auf Instagram schrieb er, er akzeptiere den Entscheid und übernehme die Verantwortung; die Verfahrenskosten habe er bereits bezahlt. Der Schweizerische Fussballverband teilte mit, er habe Kenntnis vom Entscheid und es sei gut, dass die Angelegenheit juristisch abgeschlossen sei. Welche sportlichen Folgen das Urteil hat, ist offen. Bezahlen muss Xhaka die Geldstrafe nur, wenn er in den nächsten zwei Jahren erneut straffällig wird.

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Wort des Tages
StrafbefehlStrafprozess

Ein Urteil der Staatsanwaltschaft ohne Gerichtsverhandlung, möglich bei geständigen Beschuldigten und tieferen Strafen. Wer nicht einverstanden ist, kann innert zehn Tagen Einsprache erheben; dann entscheidet ein Gericht.


Märkte · EnergieQuelle ✓ SIX-Schluss (Yahoo Finance), dpa-AFX · Presse ✓ 3 Medien

SMI fällt um 1,24 Prozent auf 13'637 Punkte. Öl steigt kräftig, Iran-Sorgen kehren zurück

Der Swiss Market Index hat den Donnerstag mit einem Minus von 1,24 Prozent bei 13'637,00 Punkten beendet, nach 13'808,42 am Vortag. Es war der deutlichste Tagesverlust der Woche. Auch der deutsche Dax schloss unter 25'000 Punkten. Am Ölmarkt stieg die Nordseesorte Brent zeitweise über 102 Dollar je Fass; die amerikanische Sorte WTI notierte am Abend bei rund 92,80 Dollar, gut 5 Prozent höher als am Vortag. Im Wochenverlauf hatte der Leitindex noch zugelegt; der Rückschlag vom Donnerstag hat diese Gewinne mehr als aufgezehrt.

Als Auslöser nennt die Agentur dpa-AFX einen Bericht des US-Magazins «The Atlantic», wonach das Weisse Haus das Pentagon um Optionen für neue Angriffe auf Iran gebeten habe. Unabhängig bestätigt ist der Bericht nicht. Am Devisenmarkt blieb der Franken fest: Der Dollar kostete am Abend rund 0,8335 Franken, finanzen.ch nannte am Nachmittag 0,8340. Ein Ölschock trifft die Schweiz über Heizöl, Treibstoff und Transportkosten, der starke Franken federt einen Teil ab, weil Öl in Dollar gehandelt wird. In den USA hatte der S&P 500 am Mittwoch 0,22 Prozent tiefer geschlossen, Gold kostete zum Schluss 4140,70 Dollar je Unze.

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Ukraine-KriegPresse ✓ 5 Medien · Opferzahl vorläufig

Russischer Angriff auf Busse in Kramatorsk: mindestens 30 Tote

Bei einem russischen Angriff auf Linienbusse in Kramatorsk im Gebiet Donezk sind nach Angaben des ukrainischen Militärgouverneurs mindestens 30 Menschen getötet und 18 verletzt worden. Der Live-Ticker der NZZ nennt mindestens 33 Tote. Nach ukrainischen Angaben traf eine Gleitbombe eine Strasse und setzte die Busse in Brand. Der öffentliche Verkehr in Kramatorsk und Slowjansk wurde eingestellt. Die Agentur dpa hatte zunächst von zwölf Toten berichtet; die Zahl stieg im Lauf des Tages. Kramatorsk liegt nahe der Front im Osten und ist ein wichtiger Knotenpunkt für die ukrainische Armee, aber auch eine Stadt, in der weiterhin Zehntausende Zivilisten leben.

Die Zahlen lassen sich unabhängig nicht überprüfen. Die Ukraine meldete zudem Drohnenangriffe auf das russische Omsk. Vor Rumänien und Bulgarien wurden erneut Frachtschiffe von Drohnen getroffen; die NZZ schreibt, Moskau stehe unter Verdacht. Für die Schweiz bleibt der Krieg eine Frage der Energiepreise, der Sanktionen und der humanitären Hilfe. Die Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer betreffen zudem den Getreide- und Rohstoffhandel, der zu einem guten Teil über Genf und Zug abgewickelt wird.

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Italien · EuropaPresse ✓ 5 Medien · Inhalt der Reform nicht im Detail geprüft

Meloni setzt ihr Wahlrecht durch. Italiens Parlament stimmt zu, trotz Abweichlern und Verfassungsbedenken

Das italienische Parlament hat die umstrittene Wahlrechtsreform von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni gutgeheissen. SRF, Tages-Anzeiger, NZZ und RSI berichten übereinstimmend. Laut Tages-Anzeiger setzte sich Meloni trotz Abweichlern in der eigenen Mehrheit und trotz Bedenken zur Verfassungsmässigkeit durch. Zuvor hatte sie eine Vertrauensabstimmung gewonnen; nach dem Handelsblatt steht noch eine letzte Hürde bevor.

Wie die Reform die Sitzverteilung im Detail verändert, haben wir nicht im Wortlaut geprüft. SRF spricht von einem Stimmungstest und schreibt, Meloni pokere mit den neuen Regeln hoch. Die NZZ fragt, ob es ein kluger Schachzug sei, und beschreibt einen Krimi um das neue Wahlrecht. Die RSI schreibt, die Reform habe die nötigen Stimmen erhalten. Kritiker befürchten, die Regeln seien auf die Bedürfnisse der Regierungsparteien zugeschnitten. Für die Schweiz ist Italien Nachbar und einer der wichtigsten Handelspartner. Eine stabile Regierung in Rom ist für den Grenzverkehr im Tessin und für Verhandlungen, etwa über Grenzgänger, nicht unerheblich.

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Kurz gefasst
  • Drohnenangriffe auf Frachtschiffe vor Rumänien und Bulgarien, Moskau unter VerdachtNZZ · SRF
  • Spanien: Maricarmen Abascal, 87, stirbt zwei Wochen nach ihrer Zwangsräumung; ihr Fall löste Proteste ausNZZ · SRF · Tages-Anzeiger
  • Deutsche Regierung hebt Wachstumsprognose für 2026 auf 1,3 Prozent anNZZ · Handelsblatt
  • Deutsche Exporte sinken im August um 0,8 Prozent, jene in die USA um 6,3 ProzentDestatis · Handelsblatt
  • Texas vollstreckt ein Todesurteil, kurz nach der gescheiterten Hinrichtung in TennesseeTages-Anzeiger · RSI
  • Russland lässt die wichtigsten Fragen zum möglichen Pestfall in Sibirien offenNZZ · SRF · Le Temps
Sieben Minuten jeden Abend, eine Titelseite — siehe Über uns

Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

«Daten von 70'000 Versicherten sind abgeflossen.» Nicht belegt. 70'000 ist die Zahl der aktiven Versicherten von Publica Ende 2025. Wie viele betroffen sind, weiss die Kasse noch nicht.
«Xhaka muss 150'000 Franken bezahlen.» Irreführend. 50 Tagessätze zu 3000 Franken ergeben zwar 150'000 Franken, die Strafe ist aber bedingt. Fällig wird sie nur bei einem Rückfall innert zwei Jahren.
«Die Forscherin in Sibirien starb an Lungenpest.» Nicht bestätigt. Moskau schliesst einen Pesterreger aus, die WHO kennt die Ursache nicht. Belege fehlen in beide Richtungen.
Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Wirtschaft, Recht, Sicherheit und Wissenschaft, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABEHacker erbeuten Daten der Pensionskasse des Bundes. Der Angriff lief über einen SoftwarelieferantenCybersicherheit · BundGranit Xhaka erhält eine bedingte Geldstrafe für ein gefälschtes Covid-Zertifikat. Er akzeptiertSport · JustizSMI fällt um 1,24 Prozent auf 13'637 Punkte. Öl steigt kräftig, Iran-Sorgen kehren zurückMärkte · EnergieRussischer Angriff auf Busse in Kramatorsk: mindestens 30 ToteUkraine-KriegMeloni setzt ihr Wahlrecht durch. Italiens Parlament stimmt zu, trotz Abweichlern und VerfassungsbedenkenItalien · Europa