13'703,53SMI · Schluss 5. Okt. · +0,31 %

DailyDrop.

0,8310USD/CHF · Kreuzkurs aus EZB-Referenzkursen 5. Okt. (EUR/CHF 0,9311)
SMI13,703.53▲0.31%10/5USD/CHF0.83-10/5S&P 5007,722.72▲0.73%10/2WTI$91.11-10/2Gold$4,162.30▼1.00%10/2
Innenpolitik · AltersvorsorgeQuelle ✓ Bundesrat (Abstimmungsvorlage) · Presse ✓ 5 Medien

Baume-Schneider wirbt für mehr Mehrwertsteuer. Ohne Ja fehlt der 13. AHV-Rente die Hälfte des Geldes

Am 29. November stimmt die Schweiz darüber ab, ob die Mehrwertsteuer für die AHV um 0,4 Prozentpunkte steigt. Die Sozialministerin warnt vor «schwerwiegenden Folgen» eines Neins. Die FDP hält dagegen.

Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider hat am Montag den Abstimmungskampf für die Zusatzfinanzierung der AHV eröffnet, wie Tages-Anzeiger, NZZ und SRF übereinstimmend berichten. Es geht um Geld für eine Rente, die das Volk bereits beschlossen hat: Die 13. AHV-Rente wird im Dezember 2026 zum ersten Mal ausbezahlt. Offen ist, wer sie bezahlt. Das Parlament hat die Vorlage des Bundesrats gekürzt. Der Normalsatz der Mehrwertsteuer soll von 8,1 auf 8,5 Prozent steigen, der Sondersatz für die Beherbergung von 3,8 auf 4,0 Prozent. Der reduzierte Satz für Lebensmittel, Medikamente und andere Güter des täglichen Bedarfs bleibt unverändert. Die 13. Rente kostet nach Angaben des Bundes rund 4,2 Milliarden Franken im Jahr. Die höhere Mehrwertsteuer brächte rund 1,4 Milliarden davon. Der Bundesrat wollte ursprünglich die ganze Rente finanzieren; mit dem Kompromiss des Parlaments ist nur etwa die Hälfte gedeckt, wie SRF und watson schreiben. Ab wann der höhere Satz gilt, wird in den Berichten unterschiedlich angegeben, 2028 oder 2029; wir lassen das offen, bis die Vorlage im Wortlaut vorliegt. Weil die Sätze der Mehrwertsteuer in der Bundesverfassung stehen, braucht die Vorlage am 29. November das doppelte Mehr: eine Mehrheit der Stimmenden und eine Mehrheit der Kantone. Das macht die Rechnung für beide Lager schwieriger. Die 13. Rente selbst hat das Volk angenommen. Ob es auch ihre Finanzierung annimmt, ist eine andere Frage: Mehr Geld zu erhalten ist populärer, als mehr Steuern zu zahlen.

Baume-Schneider argumentiert mit den Zahlen des Bundes. Ohne Ja würden die jährlichen Defizite der AHV bis 2035 auf fast fünf Milliarden Franken steigen. Mit der Erhöhung läge das Defizit 2035 noch bei rund drei Milliarden. Die Ministerin nennt den Kompromiss «moderat und sozialverträglich». Der Tages-Anzeiger spricht von einer umstrittenen Vorlage. Die FDP lehnt sie ab und fordert einen Sparkurs; die Partei argumentiert, die Erhöhung belaste Haushalte und kleine Firmen. Für die Gegner ist die Abstimmung auch ein Signal an die grosse AHV-Reform, die der Bundesrat für die Zeit bis 2040 vorbereitet. Denn das Grundproblem bleibt: Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Rente, und die Einnahmen wachsen langsamer als die Ausgaben. Eine Mehrwertsteuer trifft alle, auch Rentnerinnen und Rentner selbst. Lohnbeiträge träfen nur die Erwerbstätigen und ihre Arbeitgeber. Das ist der Kern des Streits, und er wird bis Ende November geführt. Die Befürworter verweisen darauf, dass die Erhöhung nur einen Teil schliesst und deshalb massvoll sei. Die Gegner halten entgegen, dass ein halb finanzierter Ausbau den Druck für die nächste Erhöhung schon eingebaut habe. Beide Seiten stützen sich auf dieselben Zahlen des Bundes; sie ziehen nur gegensätzliche Schlüsse daraus. Dazu kommt ein politischer Kalender, der wenig Ruhe lässt: Der Bundesrat verliert Ende Jahr mit Guy Parmelin ein Mitglied, und die Wahl seines Nachfolgers fällt in dieselben Wochen wie der Abstimmungskampf.

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Zahlen des Tages
8,5 %geplanter Normalsatz der Mehrwertsteuer, heute 8,1 % (Vorlage)
1,4 Mrd.Franken pro Jahr aus der Erhöhung, bei Kosten von 4,2 Mrd. (Bund)
29.11.Abstimmungstermin
Wirtschaft · AussenpolitikPresse ✓ 5 Medien · Zahl aus Umfrage der Handelskammer

Parmelin in Indien: Schweizer Firmen nennen 29 Milliarden Dollar. Bern will ein Investitionsschutzabkommen

Bundespräsident Guy Parmelin hat am Montag einen dreitägigen Staatsbesuch in Indien begonnen und Premierminister Narendra Modi sowie Präsidentin Draupadi Murmu getroffen. Die 29 Milliarden Dollar, über die Tages-Anzeiger und SRF berichten, stammen aus einer Umfrage der Handelskammer Schweiz-Indien. Sie zählen Investitionen des Vorjahres, angekündigte Projekte und Pläne bis 2030 zusammen. Die Efta-Staaten haben Indien im Freihandelsabkommen TEPA, das seit dem 1. Oktober 2025 gilt, 100 Milliarden Dollar in 15 Jahren in Aussicht gestellt; die Schweiz sieht sich laut Parmelin auf Kurs. Nun soll ein Investitionsschutzabkommen folgen, denn bei Streit zwischen Firmen und dem indischen Staat fehle ein verlässlicher Rechtsweg. Unterzeichnet wurden ein Abkommen zur Migration und eines zum Austausch junger Fachkräfte. Laut NZZ ist es eine der letzten grossen Reisen Parmelins: Er tritt Ende Jahr zurück. Parmelin räumte ein, dass noch Probleme zu lösen seien. Ein Thema ist das geistige Eigentum: Indien, oft «Generika-Fabrik der Welt» genannt, will seine eigenen Innovationen ebenfalls schützen, während die Schweizer Pharmaindustrie auf starken Patentschutz pocht. Bis 2030 sollen durch die Efta-Investitionen laut Parmelin 400'000 direkte und indirekte Arbeitsplätze in Indien entstehen.

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Wort des Tages
InvestitionsschutzabkommenWirtschaftsrecht

Ein Staatsvertrag, der ausländische Investoren vor Enteignung und Willkür schützt und ihnen bei Streit ein Schiedsverfahren eröffnet.


Märkte · FrankenQuelle ✓ SIX-Schluss (AWP), EZB-Referenzkurse · Presse ✓ 3 Medien

SMI schliesst 0,31 Prozent höher. Der Franken bleibt stark, der Euro fällt unter 1,12 Dollar

Der Swiss Market Index hat den Montag mit einem Plus von 0,31 Prozent bei 13'703,53 Punkten beendet, wie die Schlussberichte der Nachrichtenagentur AWP festhalten. Die Anleger blickten vor allem auf die Anleihemärkte Europas und auf die hohen Energiepreise. In der Vorwoche hatte der Leitindex deutlich nachgegeben; am Donnerstag schloss er bei 13'622,85 Punkten, 1,5 Prozent tiefer.

Am Devisenmarkt fiel der Euro erstmals seit Mai 2025 kurz unter 1,12 Dollar. Die EZB setzte ihren Referenzkurs auf 1,1204 Dollar und 0,9311 Franken fest; am Freitag waren es 1,1225 Dollar gewesen. Französische zehnjährige Staatsanleihen rentierten am 1. Oktober mit 4,94 Prozent so hoch wie seit 2002 nicht mehr. Der deutsche Dax schloss am Montag kaum verändert, 0,09 Prozent höher. Daraus ergibt sich ein Dollar-Kurs von rund 0,8310 Franken. Für Schweizer Exporteure ist das eine doppelte Last: Der Franken ist gegenüber Euro und Dollar teuer. Als Grund für die Euro-Schwäche nennen die Händler das Misstrauen gegenüber Frankreichs Staatsfinanzen. Die NZZ warnt, Hedge-Funds kauften massiv US-Staatsanleihen auf Kredit, was im Ernstfall als Brandbeschleuniger wirken könne.

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Ukraine · EuropaPresse ✓ 4 Medien · Summen laut Regierungskreisen (dpa)

Merz in Kiew: «Hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf.» Berlin sagt mehr als eine Milliarde Euro zu

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz ist am Sonntag überraschend mit dem Zug nach Kiew gereist, begleitet von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Vertretern der Rüstungs- und Energiebranche. Nach Angaben aus Regierungskreisen, die die Agentur dpa zitiert, sollen mehr als eine Milliarde Euro aus bereits bewilligten Mitteln in Militärhilfe fliessen, dazu 350 Millionen Euro für Reparaturen am Stromnetz. Im Zentrum stehen Abfangdrohnen gegen russische Angriffe. An Wladimir Putin gerichtet, sagte Merz laut SRF: «Hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf!»

Die NZZ nennt die Reise in einem Kommentar richtig. In Berlin warnte am Montag der Präsident des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND, Deutschland laufe Gefahr, in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten. SRF berichtet, Russland ziele mit seinen Angriffen zunehmend auf die ukrainische Wirtschaft. Kurz nach der Ankunft des Kanzlers traf eine russische Drohne die Fahrbahn der Nordbrücke über den Dnipro; Bürgermeister Witali Klitschko meldete zwei Verletzte. Zu Hause erntete Merz Lob aus der eigenen Partei und Kritik von der AfD. Für die Schweiz ist die Frage, wie lange der Krieg dauert, vor allem eine Frage der Energiepreise und der Sicherheit in Europa.

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Gesundheit · WeltPresse ✓ 3 Medien · Ursache nicht bestätigt

Tod einer Laborantin in Sibirien: Die USA verlangen Antworten. Ein Pestfall ist nicht bestätigt

In Sibirien ist eine Mitarbeiterin eines Labors gestorben, das zu Pesterregern forscht. Tages-Anzeiger, NZZ und SRF berichten übereinstimmend über einen Pestverdacht. Die USA fordern von Moskau Auskunft. Die NZZ schreibt von Gerüchten über ein russisches Biowaffenprogramm; Belege dafür nennen die Berichte nicht. SRF ordnet ein, was man weiss und was nicht. Gesichert ist bis Montagabend wenig: der Todesfall, der Arbeitsort der Frau und die Aufforderung aus Washington. Woran sie starb, haben die russischen Behörden nach den vorliegenden Berichten nicht belegt.

Wichtig für die Einordnung: Ein Ausbruch ist nicht bestätigt. Die Pest ist heute mit Antibiotika behandelbar, wenn sie früh erkannt wird. Gefährlich ist die Lungenpest, weil sie von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Pestfälle kommen in Teilen Sibiriens und Zentralasiens bei Nagetieren natürlich vor, Labore wie dieses forschen deshalb an dem Erreger. Ein Unfall im Labor wäre etwas anderes als ein natürlicher Fall, und beides wäre etwas anderes als Waffenforschung. Wir verfolgen, ob Russland Proben und Befunde offenlegt und ob die Weltgesundheitsorganisation eingeschaltet wird.

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Kurz gefasst
  • Hockey-Nationalspieler Fahrni hört mit 23 Jahren auf, aus persönlichen GründenSRF · Tages-Anzeiger
  • Alexander Owetschkin kündigt an, dass seine 22. NHL-Saison seine letzte istSRF · NZZ
  • Nations League: Frankreich gewinnt dank Joker Olise, Italien schlägt die TürkeiSRF · Tages-Anzeiger
  • Portugals Trainer lässt eine Rückkehr von Cristiano Ronaldo ins Nationalteam offenSRF · Tages-Anzeiger
  • BND-Präsident warnt vor einem gewaltsamen Konflikt Deutschlands mit RusslandNZZ · Handelsblatt · taz
  • Sentix-Konjunkturindex für den Euroraum sinkt im Oktober auf 2,7 PunkteSentix · dpa-AFX
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Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

«Ohne Ja gibt es keine 13. AHV-Rente.» Falsch. Die Rente ist beschlossen und wird im Dezember erstmals ausbezahlt. Abgestimmt wird über ihre Finanzierung; ohne Ja wachsen laut Bund die Defizite bis 2035 auf fast fünf Milliarden Franken.
«Schweizer Firmen investieren neu 29 Milliarden in Indien.» Die Zahl stammt aus einer Umfrage der Handelskammer und enthält bereits getätigte, angekündigte und bis 2030 geplante Investitionen.
«In Sibirien ist die Pest ausgebrochen.» Nicht bestätigt. Bekannt ist ein Todesfall in einem Labor. Gerüchte über ein Biowaffenprogramm sind ohne Beleg.
Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Wirtschaft, Recht, Sicherheit und Wissenschaft, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABEBaume-Schneider wirbt für mehr Mehrwertsteuer. Ohne Ja fehlt der 13. AHV-Rente die Hälfte des GeldesInnenpolitik · AltersvorsorgeParmelin in Indien: Schweizer Firmen nennen 29 Milliarden Dollar. Bern will ein InvestitionsschutzabkommenWirtschaft · AussenpolitikSMI schliesst 0,31 Prozent höher. Der Franken bleibt stark, der Euro fällt unter 1,12 DollarMärkte · FrankenMerz in Kiew: «Hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf.» Berlin sagt mehr als eine Milliarde Euro zuUkraine · EuropaTod einer Laborantin in Sibirien: Die USA verlangen Antworten. Ein Pestfall ist nicht bestätigtGesundheit · Welt