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Bundesrat · SVPQuelle ✓ Medienmitteilung SVP Kanton Schwyz · Presse ✓ 4 Medien

Das Rennen um Parmelins Sitz beginnt. Die SVP Schwyz schickt Regierungsrat André Rüegsegger

Vier Tage nach dem Rücktritt des Bundespräsidenten hat die SVP den ersten Namen. Parmelin selbst hatte drei Frauen ins Spiel gebracht. Gewählt wird am 9. Dezember.

Die SVP des Kantons Schwyz will Regierungsrat André Rüegsegger als Nachfolger von Bundesrat Guy Parmelin vorschlagen. Das teilte die Kantonalpartei am Dienstag mit; Tages-Anzeiger, Der Bund, NZZ und nau.ch berichten übereinstimmend. Rüegsegger sitzt seit 2012 in der Schwyzer Regierung. Als Favorit galt er bisher nicht. Die Partei begründet die Wahl damit, er habe das Format für die Landesregierung und sei im «idealen Alter». Ein Argument ist auch die Geografie: Der Kanton Schwyz hat noch nie ein Mitglied des Bundesrats gestellt. Ob Rüegsegger antritt, muss er nach Gesprächen mit der Partei noch selbst bestätigen; vor diesen Gesprächen wollte er sich laut Berichten nicht äussern. Parmelin hatte am Freitag an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz seinen Rücktritt auf Ende 2026 bekanntgegeben. Der Waadtländer ist seit 2016 im Bundesrat und in diesem Jahr Bundespräsident. Diese Woche ist er auf Staatsbesuch in Indien.

Parmelin selbst hat das Feld geöffnet. Er nannte Nationalrätin und Parteivizepräsidentin Céline Amaudruz, Ständerätin Esther Friedli und die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli als mögliche Kandidatinnen. Gegenüber dem Tages-Anzeiger sagte er, sobald es um eine Frau gehe, gebe es Vorurteile. Die SVP hat noch nie eine Frau in den Bundesrat gebracht. Offiziell bestätigt hat bis Dienstagabend keine der drei eine Kandidatur. Die Konstellation hat ihre Tücken. Der Tages-Anzeiger weist darauf hin, dass Toni Brunner in der Findungskommission der Partei sitzt, während seine Partnerin Esther Friedli als Favoritin gilt. Die NZZ schreibt, falls die Regierungsrätin in den Bundesrat wolle, werde das für die SVP zum Risiko. Der Fahrplan ist gesetzt: Kandidaturen nimmt die Findungskommission bis zum 23. Oktober entgegen. Die Fraktion entscheidet danach über ihr Ticket. Die Vereinigte Bundesversammlung wählt am 9. Dezember. Bis dahin werden die anderen Parteien die Kandidaten prüfen, wie bei jeder Vakanz. Gewählt ist am Ende, wer im Parlament eine Mehrheit findet, nicht wer die Partei bevorzugt. Mit der Nachfolge ist auch die Frage verbunden, welches Departement frei wird. Parmelin führt das Wirtschaftsdepartement. Nach einer Wahl verteilt der Bundesrat die Departemente neu, und Bisherige können wechseln. Dass die SVP den Sitz behält, gilt als gesetzt: Nach der Zauberformel stellen die drei grössten Parteien je zwei Mitglieder, die viertgrösste eines, und die SVP ist die stärkste Partei im Parlament. Offen ist nur, wer. Die Geschichte lehrt Vorsicht. Die Bundesversammlung ist nicht an das Ticket einer Fraktion gebunden und hat schon mehrmals Personen gewählt, die ihre Partei nicht aufgestellt hatte. Deshalb suchen Fraktionen Kandidaten, die auch bei der politischen Konkurrenz Stimmen holen. Für die SVP heisst das: Wer in der eigenen Basis beliebt ist, muss im Parlament nicht automatisch eine Mehrheit finden. Die nächsten zwei Wochen zeigen, ob sich weitere Namen melden und ob eine der drei genannten Frauen antritt.

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Zahlen des Tages
23.10.Frist für Kandidaturen bei der SVP-Findungskommission
9.12.Wahl durch die Vereinigte Bundesversammlung
0SVP-Frauen bisher im Bundesrat
ArbeitsmarktQuelle ✓ Seco · Presse ✓ 4 Medien

Arbeitslosenquote verharrt bei 3,0 Prozent. Doch es sind 7247 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) meldet für September eine unveränderte Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent. Bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren waren 140'480 Personen als arbeitslos gemeldet, 1064 weniger als im August. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind es aber 7247 mehr, ein Plus von 5,4 Prozent. Saisonbereinigt blieb die Quote bei 3,1 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit sank auf 3,3 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen lag die Quote bei 2,6 Prozent. Die Quote der Stellensuchenden betrug 4,8 Prozent. Das Seco spricht von einer weiteren Stabilisierung und erwartet für 2026 eine durchschnittliche Quote von 3,1 Prozent. Die «Finanz und Wirtschaft» mahnt, für eine Trendwende sei es zu früh. Im Kanton Zürich blieb die Quote laut Tages-Anzeiger stabil, doch Gastgewerbe und Detailhandel kämpfen. Die Zahlen passen zu einem Bild, das sich seit Monaten zeigt: Die Schweizer Wirtschaft wächst, aber verhalten, und der starke Franken drückt auf exportierende Branchen. Ein leichter Rückgang im September ist zudem jahreszeitlich üblich, weil Bau und Tourismus noch Personal brauchen. Aussagekräftiger ist deshalb der Vergleich mit dem Vorjahr.

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Wort des Tages
saisonbereinigtStatistik

Eine Zahl, aus der die üblichen Schwankungen des Jahres herausgerechnet sind, etwa mehr Arbeitslose auf dem Bau im Winter. So lassen sich Monate miteinander vergleichen.


Märkte · FrankenQuelle ✓ SIX-Schluss (AWP/FuW), EZB-Referenzkurse · Presse ✓ 3 Medien

SMI steigt um 0,62 Prozent auf 13'788 Punkte. Der Anleihemarkt beruhigt sich etwas

Der Swiss Market Index schloss am Dienstag bei 13'788,93 Punkten, 0,62 Prozent höher als am Montag. In Europa erholten sich die Börsen, weil sich der Anleihemarkt leicht beruhigte: Der deutsche Dax stieg um 0,77 Prozent, der Euro Stoxx 50 um 0,48 Prozent. In New York hatten der S&P 500 und der Nasdaq 100 am Vorabend neue Höchststände erreicht; der S&P 500 schloss am Montag bei 7773,80 Punkten.

Die EZB setzte den Euro auf 1,1269 Dollar und 0,9359 Franken fest, nach 1,1204 Dollar am Montag. Der Dollar kostete damit rechnerisch rund 0,8305 Franken. Die Erholung ist fragil. Die NZZ schreibt, das Misstrauen der Anleger gegenüber Frankreich sei gross, Paris könnte zum Zentrum einer neuen Euro-Krise werden. Für die Schweiz hiesse das: mehr Nachfrage nach Franken als sicherem Hafen und damit mehr Druck auf die Exportindustrie. Öl verbilligte sich leicht; WTI schloss am Montag bei 89,43 Dollar. Bei den Einzelwerten in Deutschland gewannen Technologieaktien, während Rüstungswerte nachgaben. Für Schweizer Anleger bleibt das Bild gemischt: Die grossen Pharmawerte stützen den Index, zyklische Industrietitel hängen an der Konjunktur in Europa.

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Frankreich · BildungPresse ✓ 6 Medien · Teilnehmerzahlen je nach Quelle verschieden

Schülerproteste in Frankreich eskalieren. Im Wallis warnt die Polizei Jugendliche vor Nachahmung

In Frankreich gingen am Dienstag erneut Hunderttausende Schülerinnen und Schüler auf die Strasse. Das Innenministerium zählte 256'000 Demonstrierende, der Tages-Anzeiger spricht von 200'000, die Gewerkschaften nannten 450'000. Die Polizei setzte Tränengas ein, auch gegen Minderjährige. Die Jugendlichen klagen über Lehrermangel, volle Klassen und baufällige Schulhäuser. Seit Beginn der Proteste gab es laut Justizministerium über 5000 Festnahmen. Präsident Macron rief Premier Sébastien Lecornu und die zuständigen Minister zu einer Krisensitzung in den Élysée. Am Wochenende hatte eine Polizeigranate einem 15-Jährigen die Hand abgerissen, wie der Tages-Anzeiger berichtete; ein Polizist wurde angeklagt. Das Bildungsministerium zählte 891 Gymnasien mit ausgefallenem Unterricht. Lecornu kündigte für Mittwochabend eine Ansprache an.

Die Bewegung strahlt in die Schweiz aus. Im Wallis kursieren Aufrufe zu Schülerprotesten. Die Kantonspolizei warnte Jugendliche vor Strafen, was laut SRF auf Kritik stiess; der Tages-Anzeiger berichtet, die Polizei drohe mit Konsequenzen. Bekannt ist bislang nur die Warnung, nicht ob und wo tatsächlich demonstriert wird.

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Sicherheit · EuropaQuelle ✓ Generalbundesanwalt (zitiert) · Presse ✓ 5 Medien

Der Mann, der Deutschlands Geheimnisse kannte: Ex-BND-Chef Hanning unter Spionageverdacht

Ermittler des deutschen Bundeskriminalamts haben am Dienstagmorgen August Hanning festgenommen, von 1998 bis 2005 Präsident des Bundesnachrichtendienstes. Festgenommen wurde auch sein früherer Büroleiter. Der Generalbundesanwalt ermittelt unter anderem wegen landesverräterischer Ausspähung. Laut Bundesanwaltschaft soll der Büroleiter von 2010 bis 2022 fast 2000 Dokumente für Hanning beschafft haben, die dieser in seiner privaten Beratertätigkeit nutzte.

Tages-Anzeiger und NZZ berichten über die Festnahme, deutsche Medien ausführlich. Für welches Land Informationen bestimmt gewesen sein könnten, nennen die Ermittler nicht. In einem Fall soll Hanning mit den Unterlagen eine Analyse für einen Mitarbeiter eines fremden Sicherheitsapparats erstellt haben; ob sie den Adressaten erreichte, liess sich laut den Ermittlern nicht feststellen. Auf die Spur kamen die Behörden durch Funde aus einer Hamburger Durchsuchung im September 2025 in einem anderen Verfahren. Hanning war nach seiner Zeit beim BND bis 2009 Staatssekretär im Innenministerium und danach als Berater tätig. Es gilt die Unschuldsvermutung; Anklage ist nicht erhoben.

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Kurz gefasst
  • S&P 500 und Nasdaq 100 schliessen am Montag auf RekordhöheHandelsblatt · dpa-AFX
  • Cristiano Ronaldo wirft Portugals Trainer Wortbruch vor und will weiterspielenSRF · Tages-Anzeiger
  • Die U21-Nati verliert in der EM-Qualifikation in Frankreich; die Teilnahme an der EM 2027 wird schwierigSRF · Tages-Anzeiger
  • Deutsche Industrieaufträge brechen im August um 10,6 Prozent ein, wegen fehlender GrossaufträgeDestatis · Handelsblatt
  • Paramount schliesst die Übernahme von Warner Bros. Discovery ab, rund 110 Milliarden Dollar inklusive SchuldenHandelsblatt · Spiegel
  • Seco: Quote der Stellensuchenden bei 4,8 ProzentSeco · FuW
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Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

«Rüegsegger ist der Kandidat der SVP.» Noch nicht. Er ist ein Vorschlag der Kantonalpartei. Die Findungskommission sammelt bis zum 23. Oktober, danach entscheidet die Fraktion.
«Beat Jans übernimmt das Wirtschaftsdepartement.» Unbestätigt. Der Tages-Anzeiger berichtet, Wirtschaft und FDP wehrten sich gegen einen solchen Wechsel. Die Departemente verteilt der Bundesrat erst nach der Wahl.
«Die Arbeitslosigkeit sinkt wieder.» Die Zahl der Arbeitslosen sank zum Vormonat um 1064, die Quote blieb aber bei 3,0 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr sind es 5,4 Prozent mehr.
Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Wirtschaft, Recht, Sicherheit und Wissenschaft, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABEDas Rennen um Parmelins Sitz beginnt. Die SVP Schwyz schickt Regierungsrat André RüegseggerBundesrat · SVPArbeitslosenquote verharrt bei 3,0 Prozent. Doch es sind 7247 Arbeitslose mehr als vor einem JahrArbeitsmarktSMI steigt um 0,62 Prozent auf 13'788 Punkte. Der Anleihemarkt beruhigt sich etwasMärkte · FrankenSchülerproteste in Frankreich eskalieren. Im Wallis warnt die Polizei Jugendliche vor NachahmungFrankreich · BildungDer Mann, der Deutschlands Geheimnisse kannte: Ex-BND-Chef Hanning unter SpionageverdachtSicherheit · Europa