13'808,42SMI · Schluss 7. Okt. · +0,14 %

DailyDrop.

0,8326USD/CHF · Schlusskurs 7. Okt. (Yahoo Finance) · Dienstag: 0,8305 (EZB-Kreuzkurs)
SMI13,808.42▲0.14%10/7USD/CHF0.83▲0.25%10/7S&P 5007,818.93▲0.58%10/6WTI$89.97▲0.60%10/6Gold$4,187.10▲0.73%10/6
Gesundheit · WeltQuelle ✓ WHO (zitiert) · Presse ✓ 5 Medien · Todesursache nicht bestätigt

Der Tod einer Pestforscherin in Sibirien beschäftigt die WHO in Genf. Moskau gibt wenig preis

Eine junge Wissenschaftlerin eines russischen Anti-Pest-Instituts ist an einer schweren Lungenentzündung gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation bietet Hilfe an und verlangt Auskunft. Donald Trump will mit Wladimir Putin telefonieren.

Seit Montag kursieren Berichte über einen möglichen Pestfall in Sibirien. Am Mittwoch hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Sitz in Genf eingeschaltet. Nach Berichten von NZZ, Tages-Anzeiger und SRF bietet sie Russland technische Unterstützung an und fordert Aufklärung. Gestorben ist eine 28-jährige Wissenschaftlerin, die an einem staatlichen Institut zur Bekämpfung von Pestkrankheiten in der Region Irkutsk arbeitete. Sie starb im Kreisspital der Stadt Schelechow. Die russische Seuchenschutzbehörde erklärt, der Tod sei nicht auf einen Pesterreger zurückzuführen, und nennt eine Lungenentzündung unbekannter Herkunft als Ursache. Unabhängig überprüfen lässt sich das bisher nicht. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bat um Angaben zur Ursache der Lungenentzündung, zum Erreger und zu Medienberichten über einen zweiten Mitarbeiter des Instituts, der ebenfalls an einer Lungenentzündung unklarer Ursache erkrankt sein soll. Die WHO-Epidemiologin Maria Van Kerkhove sagte, die Todesursache sei der Organisation nicht bekannt. Ein zweiter Fall ist offiziell nicht bestätigt. Russische Staatsmedien haben das Thema nach Berichten weitgehend gemieden. Damit stehen sich zwei Darstellungen gegenüber: die knappe Erklärung der Behörde in Moskau und eine Reihe von Fragen, die sie offen lässt. Welcher Erreger die Lungenentzündung auslöste, ob Kontaktpersonen untersucht werden und ob das Institut den Betrieb eingeschränkt hat, ist nicht bekannt.

Auch Washington verlangt Transparenz. Präsident Trump kündigte laut Tages-Anzeiger und SRF an, wegen des Verdachts auf Lungenpest mit Kremlchef Putin zu telefonieren. Schon am Montag hatten die USA Antworten gefordert. Die NZZ berichtete von Gerüchten über ein russisches Biowaffenprogramm; Belege dafür gibt es nicht. Erste Medienberichte vermuteten, der Erreger sei im Labor versehentlich freigesetzt worden. Auch das ist nicht bestätigt. Warum der Fall dennoch Aufmerksamkeit verdient, liegt am Erreger selbst. Die Pest kommt in Teilen Sibiriens, Zentralasiens und anderer Weltregionen bei wilden Nagetieren natürlich vor und wird mit Antibiotika behandelt, wenn sie früh erkannt wird. Die Lungenpest ist die gefährlichste Form, weil sie von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Ein Labor, das an dem Erreger forscht, muss deshalb strenge Sicherheitsregeln einhalten. Für die Schweiz ist die Frage nicht nur medizinisch. In Genf hat die WHO ihren Sitz, und die Internationalen Gesundheitsvorschriften verpflichten Staaten, ungewöhnliche Krankheitsereignisse rasch zu melden. Ob Russland Proben, Laborbefunde und Kontaktlisten teilt, ist der eigentliche Test. Bis Mittwochabend lagen dazu keine Angaben vor. Es lohnt sich, die Ebenen auseinanderzuhalten. Ein natürlicher Pestfall bei einer Forscherin wäre tragisch, aber medizinisch erklärbar. Ein Laborunfall wäre ein Sicherheitsproblem, das andere Labore weltweit betrifft. Ein Zusammenhang mit Waffenforschung wäre ein politischer Skandal. Für keine dieser Erklärungen gibt es bisher einen Beleg. Die Weltgesundheitsorganisation hat deshalb das einzige Mittel gewählt, das ihr bleibt: öffentlich fragen.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen
Zahlen des Tages
28Jahre alt war die verstorbene Forscherin
1bestätigter Todesfall; ein zweiter Erkrankter nur in Medienberichten
0öffentlich bestätigte Pestbefunde
Sport · JustizQuelle ✓ Swiss-Ski (Mitteilung) · Presse ✓ 5 Medien

Schmidhalter tritt als OK-Präsident der Ski-WM zurück. Vier Monate vor Crans-Montana fehlt der Chef

Claude-Alain Schmidhalter hat sein Amt als Präsident des Organisationskomitees der alpinen Ski-WM 2027 in Crans-Montana und als Vizepräsident von Swiss-Ski niedergelegt. Zuvor hatten der WM-Vorstand und das Swiss-Ski-Präsidium ihn vorläufig von seinen Ämtern entbunden, wie NZZ und SRF berichten. Auslöser ist eine Anklage der Walliser Staatsanwaltschaft wegen Betrugs und ungetreuer Geschäftsführung. Das Verfahren betrifft die unternehmerische Tätigkeit des 62-Jährigen, nicht seine Ämter im Sport. Schmidhalter weist die Vorwürfe zurück. Er trete nicht zurück, weil er sich etwas vorzuwerfen habe, sondern weil die WM Klarheit brauche. Laut SRF muss er sich am 27. Oktober vor dem Bezirksgericht verantworten. Interimistisch führen Sébastien Rey und Diego Züger den WM-Vorstand. Damit steht die WM wenige Monate vor dem Start ohne Präsidenten da. Bemerkenswert ist der Ablauf: Erst die vorläufige Entbindung durch die Gremien, dann der Rücktritt, den Schmidhalter als eigenen Entscheid darstellt. Wer die Nachfolge definitiv übernimmt, ist offen. Für Crans-Montana ist es ein weiterer Schlag in einem schwierigen Jahr. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Aufklappen
Wort des Tages
ungetreue GeschäftsführungStrafrecht

Ein Delikt, bei dem jemand, der fremdes Vermögen verwaltet, seine Pflichten verletzt und dadurch einen Schaden verursacht. Die Strafe hängt davon ab, ob er sich bereichern wollte.


Märkte · FrankenQuelle ✓ AWP-Schlussbericht, FuW · Presse ✓ 3 Medien

SMI schliesst kaum verändert bei 13'808 Punkten. Novartis und Roche stützen, Zinsen und Öl belasten

Der Swiss Market Index beendete einen richtungslosen Handelstag mit einem Plus von 0,14 Prozent bei 13'808,42 Punkten, wie die «Finanz und Wirtschaft» und der AWP-Schlussbericht festhalten. Gestützt wurde der Leitindex von den Schwergewichten Novartis und Roche. Belastend wirkten hohe Anleiherenditen und steigende Ölpreise. Andernorts in Europa ging es deutlich abwärts: Der deutsche Dax verlor 1,35 Prozent, der Euro Stoxx 50 fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni.

Treiber war der Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg laut Handelsblatt auf 5,342 Prozent, den höchsten Stand seit 2002. Die Europäische Zentralbank setzte den Euro auf 1,1177 Dollar fest, nach 1,1269 am Dienstag. Der Dollar kostete gegen Abend rund 0,8326 Franken. Dass der SMI sich besser hielt als die Nachbarbörsen, liegt an seiner Zusammensetzung: Pharma und Nahrungsmittel gelten in unruhigen Phasen als defensiv. Die Internationale Energieagentur beschleunigt die Freigabe von Ölreserven, um die Preise zu dämpfen. Für Schweizer Haushalte spielt der Ölpreis vor allem beim Heizöl und an der Zapfsäule eine Rolle; die Preise reagieren mit einigen Tagen Verzögerung. Am Abend veröffentlichte die US-Notenbank die Protokolle ihrer letzten Sitzung, die nach Handelsblatt Uneinigkeit über den Kurs zeigen.

Aufklappen
Bildung · Schweiz · FrankreichPresse ✓ 4 Medien

Schülerproteste: Frankreichs Premier verspricht bessere Bedingungen, aber kein Geld. Im Wallis droht die Polizei

In Frankreich gehen die Schülerproteste weiter. Premier Sébastien Lecornu versprach den Jugendlichen bessere Lernbedingungen, aber kein zusätzliches Geld, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Die NZZ schreibt von einer Debatte über mutmassliche Polizeigewalt. Die Regierung steht unter Druck, weil sie im nächsten Jahr Milliarden sparen will und zugleich Lehrkräfte fehlen.

Im Wallis hat die Kantonspolizei auf Aufrufe zu Schülerprotesten reagiert und Jugendlichen mit Strafen gedroht, berichtet der Tages-Anzeiger. SRF hatte schon am Dienstag über Kritik an der Warnung berichtet. Die Debatte dreht sich um die Frage, wie weit eine Polizei Jugendliche vorab warnen soll, bevor überhaupt etwas geschehen ist. Ob es im Wallis tatsächlich zu Protesten kommt, war am Mittwochabend offen. Die Walliser Schulen gehören zum französischsprachigen Raum, Aufrufe in sozialen Netzwerken überqueren die Grenze leicht. Für Lehrpersonen und Eltern ist die Lage ungewohnt: Schülerstreiks kennt die Schweiz vor allem von den Klimaprotesten vor einigen Jahren.

Aufklappen

Nahost · GedenkenPresse ✓ 6 Medien

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Gedenken in Israel, Sorge um Gaza

Drei Jahre nach dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 haben Menschen in Israel und in Europa der Opfer gedacht. Uno-Generalsekretär António Guterres forderte bereits am Vorabend, solche Gräuel dürften sich niemals wiederholen, wie der Tages-Anzeiger berichtete. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz versicherte Israel den Beistand seines Landes und bekannte sich zur Zweistaatenlösung. In Berlin gedachten Hunderte der Opfer. Die NZZ erzählt die Geschichte einer Frau, die eine Nacht länger im Kibbuz blieb und ermordet wurde, und fragt, ob Ministerpräsident Netanyahu eine Mitschuld am Versagen jenes Tages trägt.

SRF und Tages-Anzeiger richten den Blick auf Gaza. Selbst wenn keine Bomben fallen, gehe dort der Krieg weiter, schreibt der Tages-Anzeiger. Für die Schweiz bleibt der Konflikt ein Thema der Diplomatie in Genf und der humanitären Hilfe.

Aufklappen
Kurz gefasst
  • Amelia Earhart: Forscher prüfen, ob ein Objekt vor der Insel Taraia ihr Flugzeug sein könnteTages-Anzeiger · NZZ
  • Ex-BND-Chef Hanning kommt in UntersuchungshaftSRF · NZZ · Tagesschau
  • Deutsche Industrieproduktion steigt im August überraschend um 2,0 ProzentDestatis · Tagesschau
  • Koalitionsausschuss in Berlin tagt am Abend; Rente und Haushalt auf dem TischNZZ · Tagesschau
  • Bundesregierung untersagt Cosco den Einstieg beim Hamburger Logistiker ZippelHandelsblatt · Spiegel
  • IEA beschleunigt die Freigabe von Ölreservendpa-AFX · Handelsblatt
Sieben Minuten jeden Abend, eine Titelseite — siehe Über uns

Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

«Russland testet in Sibirien Biowaffen.» Ohne Beleg. Moskau bestreitet einen Pesterreger als Todesursache, die WHO kennt die Ursache nicht und verlangt Angaben.
«Schmidhalter ist wegen Betrugs verurteilt.» Falsch. Er ist angeklagt, der Prozess ist für den 27. Oktober angesetzt. Er bestreitet die Vorwürfe; es gilt die Unschuldsvermutung.
«Rüegsegger hat seine Kandidatur bestätigt.» Nicht belegt. Nominiert hat ihn die Kantonalpartei; die NZZ fragt ausdrücklich, ob er wirklich will.
Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Wirtschaft, Recht, Sicherheit und Wissenschaft, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABEDer Tod einer Pestforscherin in Sibirien beschäftigt die WHO in Genf. Moskau gibt wenig preisGesundheit · WeltSchmidhalter tritt als OK-Präsident der Ski-WM zurück. Vier Monate vor Crans-Montana fehlt der ChefSport · JustizSMI schliesst kaum verändert bei 13'808 Punkten. Novartis und Roche stützen, Zinsen und Öl belastenMärkte · FrankenSchülerproteste: Frankreichs Premier verspricht bessere Bedingungen, aber kein Geld. Im Wallis droht die PolizeiBildung · Schweiz · FrankreichDrei Jahre nach dem 7. Oktober: Gedenken in Israel, Sorge um GazaNahost · Gedenken