13'637,00SMI · Schluss 8. Okt. · −1,24 %

DailyDrop.

0,8315USD/CHF · 9. Okt., früh (Yahoo Finance) · +0,07 %
SMI13,637.00▼1.24%10/8USD/CHF0.83▲0.07%10/9S&P 5007,765.36▼0.47%10/8WTI$91.50▲3.60%10/8Gold$4,157.00▲0.20%10/8
Naher Osten · EnergiePresse ✓ 6 Medien · Schäden am Flughafen nicht unabhängig geprüft

Huthi-Angriff auf Riad treibt den Ölpreis. Trump: Kein Angriff auf Iran vor den Zwischenwahlen

Die Huthi melden einen neuen Angriff auf den Flughafen von Riad, Lufthansa und indische Airlines streichen Flüge. Der WTI-Preis steigt um 3,6 Prozent. Trump legt sich fest, doch seine Aussagen zu Iran bleiben widersprüchlich.

Der Konflikt um Iran und den Jemen hat am Donnerstag erneut die Märkte bewegt. Die Huthi-Miliz meldete einen neuen Angriff auf den Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad. AP berichtet unter Berufung auf einen Augenzeugen von einer Evakuierung, Reuters meldete Rauch über einem Flugzeug am Flughafen. Das Ausmass der Schäden ist unabhängig nicht geprüft. Die Lufthansa und indische Fluggesellschaften setzten ihre Flüge nach Riad aus, wie Reuters schreibt. Zur Lufthansa-Gruppe gehört auch Swiss; ob sie ihr Angebot anpasst, haben wir nicht geprüft. Die NZZ meldet in ihrem Live-Ticker, Saudi-Arabien habe im Gegenzug 82 Huthi-Ziele im Jemen angegriffen; das ist bisher eine Einzelmeldung. Laut Reuters erwägen Syrien und die Türkei Hilfe für Riad, wobei Ankara eine Beteiligung an Offensiven ausschliesst. Am Ölmarkt stieg die amerikanische Sorte WTI um 3,6 Prozent auf rund 91,5 Dollar je Fass. Iran droht zudem, weitere Routen durch die Strasse von Hormus zu sperren; Reuters sieht damit ein höheres Risiko für Tanker. Washington verhängte neue Sanktionen gegen die iranische Schattenflotte. Durch die Strasse von Hormus fährt ein grosser Teil des weltweit gehandelten Öls, schon Drohungen genügen deshalb, um die Preise zu bewegen. AP berichtet, die US-Börsenfutures hätten nach den Explosionen in der saudischen Hauptstadt nachgegeben, während das Rohöl stieg. Reuters schreibt ausserdem, dass nach Beschuss saudischer Flughäfen auch Syrien über Hilfe im Jemen-Krieg nachdenke. Das zeigt, wie schnell sich der Konflikt regional ausweiten kann.

Politisch sorgte Donald Trump für Bewegung. Die USA würden Iran vor den Zwischenwahlen im November nicht angreifen, sagte er laut Reuters, FT, NZZ und Bloomberg. Bloomberg TV zitierte ihn ausserdem mit der Aussage, es habe «produktive Gespräche» mit Iran gegeben, Angriffe würden ausgesetzt; kurz darauf hiess es dort, er suche keinen Deal mehr. Beide Zitate stammen aus Kurzmeldungen, den Wortlaut haben wir nicht geprüft. Für die Schweiz zählen drei Dinge. Erstens der Preis: Ein teures Fass verteuert Heizöl, Benzin und Flugtickets mit etwas Verzögerung. Der Ryanair-Chef sagte laut Reuters, der «unsinnig hohe» Kerosinpreis könne bis 2028 anhalten. Zweitens die Inflation: Der Fed-Notenbanker Waller sagte laut Reuters, es brauche weitere Zinserhöhungen, beim Tempo gebe es aber «Spielraum». Drittens der Franken, der in solchen Phasen als sicherer Hafen gefragt ist; der Dollar kostete in der Nacht rund 0,83 Franken. Asien reagiert bereits: Staaten legen Ölvorräte an und bauen erneuerbare Energien schneller aus (Reuters). Shell hat in Katar die Anlage Pearl, die Erdgas zu Flüssigtreibstoff verarbeitet, teilweise wieder angefahren (Reuters). Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln kehrte nach langem Einsatz im Nahen Osten nach San Diego zurück, wie AP und Le Temps melden. Das lässt sich als Zeichen der Entspannung lesen, ist aber kein Beleg dafür, dass die Gefahr abnimmt. Heute beobachten wir, ob sich Öl- und Luftfahrtmärkte beruhigen und ob Iran seine Drohungen in Taten umsetzt.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen
Zahlen des Tages
91,5 $WTI je Fass am Donnerstag, +3,6 Prozent
82saudische Angriffsziele im Jemen laut NZZ (Einzelmeldung)
2028Jahr, bis zu dem der Kerosinpreis laut Ryanair hoch bleiben könnte
Schweiz · ItalienPresse ✓ 4 Medien · Verteilung der Summe nicht geprüft

Crans-Montana: 1,5 Millionen Franken Spitalkosten spalten Bern und Rom

Der Streit um die Behandlungskosten der Brandopfer von Crans-Montana belastet das Verhältnis zwischen Bern und Rom weiter. SRF, RTS und RSI berichten von einer Rechnung über 1,5 Millionen Franken für die Spitalpflege italienischer Opfer. Laut RTS weigert sich Italien, sie zu bezahlen; die RSI schreibt, die Summe entzweie die beiden Länder. Wie sich der Betrag auf Spitäler und Patienten verteilt, haben wir nicht geprüft. Früheren Berichten von Blick zufolge hatte Bundespräsident Parmelin nach einem Treffen mit Ministerpräsidentin Meloni zugesichert, dass die Verletzten und ihre Familien für die Akutversorgung in der Schweiz nichts zahlen müssen. Der Bundesrat prüfe, ob die Schweiz die Rechnungen selbst übernimmt oder das italienische System zahlt. Offen ist deshalb vor allem, wer am Ende zahlt. Für die beteiligten Spitäler bedeutet das Unsicherheit bei der Abrechnung, solange keine Lösung vorliegt, und für die Politik die Frage, ob eine Regel für künftige Unglücke mit Auslandspatienten nötig ist. Le Temps berichtet ausserdem, Indiskretionen in der Presse belasteten das Strafverfahren; Verfahren richteten sich gegen Anwälte und Journalisten. Das ist eine Einzelmeldung. Für Betroffene und ihre Angehörigen bleibt der Streit eine zusätzliche Belastung, für die Beziehungen zu Rom ein Prüfstein, weil Italien zugleich Nachbar, Handelspartner und Herkunftsland der Grenzgänger ist. Das Prinzip der Gegenseitigkeit unter Nachbarstaaten steht im Raum. Meloni hatte eine erste Forderung der Schweiz im April laut Reuters als schändlich bezeichnet; Euronews nannte damals rund 100'000 Franken für wenige Patienten. Ob diese Summe in den 1,5 Millionen enthalten ist, ist offen.

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Wort des Tages
KostengutspracheKrankenversicherung

Zusage einer Versicherung, die Kosten einer Behandlung zu übernehmen. Bei Auslandspatienten klären Spitäler sie vorab mit der zuständigen Kasse, im Notfall wird erst später abgerechnet.


Märkte · ZinsenQuelle ✓ Börsenschlusskurse (8. Okt.) · Presse ✓ 3 Medien

Wall Street schliesst tiefer. Nasdaq verliert 1,25 Prozent, Zinsen und Öl belasten

Die US-Börsen haben den Donnerstag uneinheitlich beendet. Der S&P 500 verlor 0,47 Prozent auf 7'765,36 Punkte, die Nasdaq 1,25 Prozent auf 27'193,34 Punkte. Der Dow Jones legte dagegen um 0,10 Prozent auf 51'231,64 Punkte zu. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel um 4,6 Basispunkte auf 5,231 Prozent, nachdem eine Auktion 30-jähriger Anleihen laut Reuters auf solide Nachfrage gestossen war. Zeitweise hatten höhere Renditen und Ölpreise die Aktien nach unten gezogen; Reuters sprach von Inflationsrisiken. Gold stieg um 0,2 Prozent auf rund 4'157 Dollar je Unze.

Bloomberg macht OpenAI für den Druck auf US-Chipwerte verantwortlich und schreibt, eine Welle von KI-Schulden belaste Tech-Anleihen. Die FT meldete, die annualisierten Umsätze von OpenAI lägen rund 20 Milliarden Dollar unter früheren Signalen; das ist eine Einzelmeldung, die wir nicht bestätigen konnten. Der Schweizer Leitindex SMI hatte am Donnerstag 1,24 Prozent auf 13'637,00 Punkte verloren. Die schwächere Nasdaq spricht dafür, dass Technologiewerte auch heute unter Beobachtung stehen. Eine Prognose für den Handelstag ist das nicht.

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FrankreichPresse ✓ 5 Medien · Teilnehmerzahl laut RTS

Frankreich: Zehntausende Schüler demonstrieren, Regierung verspricht 3000 Lehrkräfte

In Frankreich sind am Donnerstag erneut Schülerinnen und Schüler auf die Strasse gegangen. SRF spricht von Zehntausenden, RTS nennt 71'500 Demonstrierende. Le Temps meldet, die Blockaden an den Gymnasien seien zurückgegangen. Der Bildungsminister versprach laut Le Temps 3000 zusätzliche Ersatzlehrkräfte «in den kommenden Stunden und Tagen»; Reuters schreibt, die Blockaden hielten trotz unkonkreter Zusagen des Premierministers an.

Im Zentrum der Debatte steht ein Vorfall, bei dem laut Le Temps eine Blendgranate einem Gymnasiasten die Hand abgerissen haben soll. Wie es dazu kam, ist offen. Tages-Anzeiger und AFP Fact Check berichten zudem über Streit um ein Schülerplakat und ein altes Video, das fälschlich mit den Protesten verknüpft wurde. Für die Märkte zählt die Haushaltslage: Reuters meldet, die Eurogruppe wolle Frankreich zur Verabschiedung des Budgets 2027 drängen, und Le Temps schreibt, die Geschwindigkeit der Schuldenzunahme alarmiere die Märkte.

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Handel · EuropaPresse ✓ 3 Medien · Einzelheiten der Massnahmen nicht geprüft

EU erhöht den Druck auf China. Peking verteidigt den Yuan

Die EU wird gegenüber China härter, berichtet SRF in mehreren Beiträgen unter dem Titel «Die EU hat die Samthandschuhe ausgezogen». Deutschland ziehe mit, schreibt SRF. Reuters meldet, China verteidige seine Währungspolitik, während Europa wegen des chinesischen Handelsüberschusses den Druck erhöhe. RTS zitiert eine Stimme, wonach es für die EU ein Fehler wäre, eine Konfrontation zu meiden. Was genau beschlossen wurde, haben wir nicht im Detail geprüft.

Für die Schweiz ist das mehr als Zuschauen: Das Land hat seit 2014 ein Freihandelsabkommen mit China, und Pharma, Maschinen und Uhren hängen am Exportgeschäft. Ein Handelsstreit der EU mit Peking kann Lieferketten und Zölle verschieben. Sicher ist bisher nur der Ton, nicht die Wirkung. Wir beobachten, ob Brüssel Zölle oder Auflagen konkretisiert und wie Peking antwortet.

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Kurz gefasst
  • Rumänien bleibt seit dem Misstrauensvotum im Mai ohne RegierungSRF
  • Kantonsbudgets 2027: Steigende Gesundheitskosten belasten die KassenSRF
  • Freiburger Gemeinden dürfen nach 50 Jahren Debatte offiziell zweisprachig werdenLe Temps
  • Das Universitätsspital CHUV suspendiert einen Chirurgen wegen mutmasslich gefälschter DokumenteLe Temps
  • Uefa-Präsident Ceferin stellt sich zur WiederwahlSRF
  • American Express muss 350 Millionen Dollar Busse wegen mangelhafter Geldwäschekontrolle zahlenReuters · FT
  • Maduro und seine Frau werden in den USA auch wegen Folter angeklagtReuters · FT · RSI
  • Zimmer Biomet baut Stellen in Winterthur ab, Lehrabschlüsse sind gesichertTages-Anzeiger
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Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

«Die USA und Iran verhandeln über einen Deal.» Nicht belegt. Bloomberg TV zitiert Trump mit «produktiven Gesprächen» und kurz danach mit der Aussage, er suche keinen Deal mehr. Eine Bestätigung aus Teheran fehlt.
«In Sibirien gibt es einen zweiten Pestfall.» Nicht bestätigt. Russland nennt entsprechende Berichte falsch (Reuters). Die Ursache des ersten Verdachts ist offen.
«Die Crans-Montana-Opfer müssen die Spitalrechnung selbst zahlen.» Irreführend. Nach früheren Berichten (Blick) sicherte Bundespräsident Parmelin zu, dass Verletzte und Familien die Akutversorgung nicht zahlen müssen. Wer die 1,5 Millionen trägt, ist offen.
Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Wirtschaft, Recht, Sicherheit und Wissenschaft, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABEHuthi-Angriff auf Riad treibt den Ölpreis. Trump: Kein Angriff auf Iran vor den ZwischenwahlenNaher Osten · EnergieCrans-Montana: 1,5 Millionen Franken Spitalkosten spalten Bern und RomSchweiz · ItalienWall Street schliesst tiefer. Nasdaq verliert 1,25 Prozent, Zinsen und Öl belastenMärkte · ZinsenFrankreich: Zehntausende Schüler demonstrieren, Regierung verspricht 3000 LehrkräfteFrankreichEU erhöht den Druck auf China. Peking verteidigt den YuanHandel · Europa