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Innenpolitik · Sachsen-AnhaltPresse ✓ 5 Medien · Ergebnis des Spitzengesprächs nicht bestätigt

Nach der AfD-Wahl in Magdeburg erreicht die Krise den Kanzler: Krisentreffen der Union, Niedersachsens CDU-Chef verlangt einen „überzeugenden Plan“

Zwei Tage nach der Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten spricht der Spiegel von einer Regierungskrise. Der Bundestag befasst sich heute mit den Konsequenzen; in Berlin beginnen Linke, SPD und Grüne ihre Sondierungen.

Die Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt hat am Donnerstag die Bundespolitik erreicht. Der Spiegel berichtete am Abend über ein Spitzengespräch zu den Folgen für den Kanzler und die Union und sprach von einer Regierungskrise. Wer daran teilnahm und was vereinbart wurde, war bis zum frühen Freitagmorgen nicht bestätigt. Eine öffentliche Aufkündigung der Koalition aus Union und SPD fand sich in den ausgewerteten Meldungen nicht.

Rausch hatte am Dienstag nach Berichten 48 Stimmen erhalten. Ministerpräsident Sven Schulze hatte seine Fraktion zur Enthaltung aufgerufen, doch nur wenige der inzwischen 15 CDU-Abgeordneten folgten dem; vor der Wahl zählte die Fraktion 40. Der Spiegel fragt, ob das Schicksal des Kanzlers an Schulze hänge. Der niedersächsische CDU-Chef Lechner forderte laut Zeit und Handelsblatt einen „überzeugenden Plan“ von Friedrich Merz. Wie dieser Plan aussehen soll, ließ er nach diesen Berichten offen. Die Frage, wie weit die Abgrenzung der CDU nach rechts reicht, die sogenannte Brandmauer, bleibt damit offen und wird nun auch auf Bundesebene gestellt.

Die Vorgeschichte erklärt die Nervosität. Am Mittwoch hatte der Koalitionsausschuss mehr als vier Stunden getagt und sich gegen jeden politischen Extremismus gestellt, aber keinen Zeitplan für die Reformen vorgelegt. Merz hält eine vollständige Umsetzung des Juli-Pakets bis Weihnachten für nicht machbar; die SPD lehnt unter anderem die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren ab. In Sachsen-Anhalt verlangen CDU-Abgeordnete nach Berichten von Süddeutscher Zeitung und MDR intern Schulzes Rücktritt, der CDA-Vorsitzende Dennis Radtke fordert ein Parteiausschlussverfahren, falls sich zeigt, dass CDU-Abgeordnete für Rausch stimmten. Eine geheime Wahl macht das schwer nachzuweisen. Im ZDF-Politbarometer sehen gut zwei Drittel der Befragten in der AfD eine Gefahr für die Demokratie. Ein Landesparteitag der CDU ist für Anfang Dezember geplant.

Auf der Tagesordnung des Bundestags steht am Freitag ein Punkt „Konsequenzen aus der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt“; daneben debattiert das Parlament über eine Migrationswende und Anträge zur Rente. Auch die SPD ist in Bewegung. In Niedersachsen trat Fraktionschef Stefan Politze zurück, weil die Staatsanwaltschaft ermittelt; Landeschef Lies zollte der Entscheidung laut Zeit „Respekt“. Der Spiegel analysiert zudem neue Forderungen von Boris Pistorius, deren Inhalt wir nicht geprüft haben.

In Berlin beginnen Linke, SPD und Grüne ihre Sondierungen für eine mögliche Regierung. Die Tagesschau nennt sie einen Praxistest für die rot-grün-rote Theorie. Der Zentralrat der Juden kritisiert die Vereinbarung der drei Parteien zum Umgang mit Antisemitismus; die Zeit berichtet, der SPD-Politiker Karl Lauterbach lehne ein solches Bündnis ab. Der noch amtierende Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte kritisiert, die Parteien stritten über den Umgang mit Antisemitismus, statt jüdisches Leben zu schützen. Beschlossen ist nichts. Auch außerhalb der Parteien wird die Lage beobachtet: Die Bundestagsdebatte zu den Wirtschaftsprognosen 2027 am Donnerstag und die Anträge zur Rentenpolitik am Freitag zeigen, wie viele Vorhaben von einer arbeitsfähigen Koalition abhängen.

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Zahlen des Tages
48Stimmen für Rausch bei der Wahl am Dienstag (nach Berichten)
15 von 40CDU-Abgeordnete, die der Fraktion in Magdeburg geblieben sind
Fr 9.10.Bundestag debattiert die Konsequenzen aus der Wahl in Sachsen-Anhalt (Tagesordnung)
Märkte · ZinsenQuelle ✓ Börsenschluss · Presse ✓ 6 Medien

Wall Street schließt im Minus, KI-Werte fallen nach OpenAI-Zahlen, die Rendite zehnjähriger US-Anleihen sinkt auf 5,23 Prozent

Der S&P 500 schloss am Donnerstag 0,47 Prozent tiefer bei 7.765,36 Punkten, der Nasdaq verlor 1,25 Prozent auf 27.193,34, der Dow Jones legte um 0,10 Prozent auf 51.231,64 zu. Das Handelsblatt führt die Verluste bei KI-Werten auf den Umsatz von OpenAI zurück, der 20 Milliarden Dollar unter den bisherigen Erwartungen liegen soll; Bloomberg schrieb, OpenAI belaste die US-Chipwerte. OpenAI hat die Zahl in den vorliegenden Berichten nicht bestätigt. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe fiel um 4,6 Basispunkte auf 5,231 Prozent, nachdem Reuters eine solide Nachfrage bei einer Auktion 30-jähriger Anleihen meldete.

Am Ölmarkt stieg WTI zum Settlement um 3,64 Prozent auf 91,49 Dollar, Brent um 4,07 Prozent auf 104,28 Dollar. Gold legte um etwa 0,2 Prozent auf rund 4.157 Dollar zu. Aus der Notenbank kamen weitere Signale für höhere Zinsen: Bloomberg zufolge hält Fed-Mitglied Musalem Zinserhöhungen in den nächsten sechs bis neun Monaten für nötig; Waller sagte laut Reuters, es brauche weitere Erhöhungen, über das Tempo gebe es Spielraum. Reuters meldete zudem, der Zins für 30-jährige Hypotheken in den USA sei auf 7,40 Prozent gestiegen, was die Nachfrage am Immobilienmarkt weiter dämpfen dürfte; ein Reuters-Kommentar nennt fünf Charts, die vor überdehnten US-Märkten warnen. Ryanair-Chef O’Leary sagte laut Reuters, die „unsinnig hohen“ Kerosinkosten könnten bis 2028 bleiben. In Europa hatte der Dax am Donnerstag 1,18 Prozent tiefer bei 24.806,97 Punkten geschlossen; das Handelsblatt spricht von einem Frankreich-Schock, und die Euro-Finanzminister wollen Paris laut Reuters zur Verabschiedung des Haushalts 2027 drängen.

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Wort des Tages
BasispunktMärkte

Ein hundertstel Prozentpunkt. Wenn eine Rendite um 4,6 Basispunkte fällt, sinkt sie um 0,046 Prozentpunkte, hier von rund 5,28 auf 5,231 Prozent.


Panorama · BayernPresse ✓ 4 Medien · Tathergang und Täter noch nicht bestätigt

Berngau in der Oberpfalz: Zwei Behördenmitarbeiter sterben bei einer Waffenkontrolle, die Polizei umstellt ein Haus

Bei einer Waffenkontrolle in Berngau in der Oberpfalz sind am Donnerstag zwei Menschen erschossen worden. Zunächst meldeten Tagesschau und Spiegel am Abend einen Toten. Später berichteten Zeit und FAZ von einem zweiten Todesopfer. Der Spiegel schrieb in der Nacht, es handle sich um zwei Behördenmitarbeiter; die Polizei habe ein Haus umstellt.

Berngau liegt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz, einer ländlich geprägten Gegend östlich von Nürnberg. Zuständig für die Ermittlungen ist nach der üblichen Aufteilung das Polizeipräsidium Oberpfalz mit der Staatsanwaltschaft; offizielle Angaben dazu lagen uns nicht vor. Weitere Angaben, etwa zum Täter, zum Motiv und dazu, ob jemand festgenommen wurde, lagen bis zum frühen Morgen in den ausgewerteten Meldungen nicht vor. Das Waffengesetz erlaubt der Waffenbehörde, die sichere Aufbewahrung von Waffen und Munition zu kontrollieren; Besitzer müssen solche Kontrollen dulden. Meist sind sie Routine und verlaufen ohne Zwischenfall. Die Polizei hat sich nach den vorliegenden Berichten noch nicht zum Ablauf geäußert. Wir nennen deshalb weder Namen noch Alter und ergänzen die Meldung, sobald Polizei oder Staatsanwaltschaft Angaben machen.

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Außenpolitik · NahostPresse ✓ 6 Medien · US-Pläne unbestätigt

Trump schließt einen Angriff auf den Iran vor den Wahlen aus, doch am Golf wächst die Gefahr: Huthi-Angriffe auf Riad, Lufthansa setzt Flüge aus

Präsident Trump hat am Donnerstag nach Berichten von Spiegel, FAZ, Reuters und Bloomberg erklärt, die USA würden den Iran nicht vor den Wahlen im November angreifen. Zugleich meldete die New York Times, das Pentagon habe Pläne für drei Tage Angriffe ausgearbeitet und drei Flugzeugträger sollten bald im Nahen Osten stehen. Eine Entscheidung ist nicht belegt. Irans Präsident Peseschkian sagte laut Berichten, man verlasse den Verhandlungstisch nicht und über Vermittler ausgetauschte Vorschläge würden abgeschlossen.

Die Huthi meldeten einen neuen Angriff auf den Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad; AP zitiert einen Zeugen, der von einer Evakuierung berichtet, Reuters sah Rauch über einem Flugzeug. Lufthansa und indische Fluggesellschaften setzten ihre Flüge nach Riad aus. Der Spiegel meldet Drohungen der Huthi gegen Ölanlagen in Saudi-Arabien. Die Türkei prüft laut Reuters Verteidigungshilfe für Riad, schließt aber eine Offensivrolle aus. In der Straße von Hormus fließt laut FAZ wieder Öl, die Krise bleibt; Reuters warnt vor höherem Angriffsrisiko für Tanker. Brent schloss bei 104,28 Dollar. Frankreichs Generalstabschef sagte laut FinancialJuice, rund 2.000 französische Soldaten schützten Verbündete am Golf, mehrere Optionen für Saudi-Arabien würden geprüft; Syrien erwägt nach Reuters Hilfe im Jemen-Krieg, und Shell hat die Gasverflüssigungsanlage Pearl in Katar teilweise wieder angefahren.

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Politik · RusslandPresse ✓ 4 Medien · Aufsichtsratsposten nur in einer Quelle

Altkanzler Schröder besucht Putin zum Geburtstag in Moskau, die Zeit nennt es eine „umstrittene Freundschaft“

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder war nach Angaben des Kreml bei Wladimir Putin zu dessen Geburtstag am 7. Oktober; die Meldung kam am Donnerstag. Spiegel, Zeit und FAZ berichteten übereinstimmend, die FAZ nennt Schröder einen „alten Freund“ des Präsidenten, die Zeit spricht von einer umstrittenen Freundschaft. Wo und wie lange sich beide trafen und worüber sie sprachen, ist in den vorliegenden Berichten nicht belegt.

Schröder ist wegen seiner Nähe zu Putin und seiner früheren Posten bei russischen Energieunternehmen seit Jahren umstritten. Der Spiegel meldet außerdem, der Altkanzler übernehme einen Aufsichtsratsposten bei einem russischen Ableger des Handelskonzerns Globus; bestätigt ist das bislang nur durch diese eine Quelle. Das Treffen fällt in eine Woche, in der der Kreml stimmte US-Außenminister Rubio zu, dass der Krieg in der Ukraine in einer Pattsituation stecke, während Präsident Selenskyj von „Unwillen“ spricht. Ukrainische Unterhändler reisen am Freitag in die USA; nach FinancialJuice sprechen Witkoff und Kushner in Miami mit ihnen über neue Ideen und Vorschläge. Reuters berichtet, Rubio nenne den Krieg „gefährlich festgefahren“. Bestätigt ist ein Zusammenhang zu Schröders Reise nicht.

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Kurz gefasst
  • Niedersachsens SPD-Fraktionschef Politze tritt zurück, die Staatsanwaltschaft ermitteltZeit · Spiegel · Handelsblatt
  • Bundestag beschließt, den Pränataltest auf Down-Syndrom als Kassenleistung zu beobachtenSpiegel · Tagesschau · Bundestag
  • SpaceX kauft US-Funkfrequenzen und fordert die Mobilfunker heraus; deren Aktien geben nachZeit · Handelsblatt · Reuters
  • Nach dem Tod einer Seniorin protestieren in Spanien erneut Tausende gegen die WohnkriseZeit · Handelsblatt · Reuters · BBC
  • American Express zahlt 350 Millionen Dollar Strafe wegen mangelhafter GeldwäschepräventionReuters · FT
  • Truppen aus Eritrea sind offenbar nach Äthiopien eingerückt, Drohnen trafen sie dortSpiegel · Reuters
  • Starbucks soll laut FT-Bericht eine Übernahme von Chipotle geprüft haben; die Aktie sprangReuters · Bloomberg
  • Münchner Gericht kippt die Mindestpreise für Uber und Co.Zeit
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Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

„Die USA greifen den Iran in Kürze an.“ Die New York Times berichtet über Pläne für drei Tage Angriffe und drei Flugzeugträger; Trump schloss Angriffe vor dem 3. November aus. Eine Entscheidung ist nicht belegt.
„Die Koalition zerbricht an Sachsen-Anhalt.“ Der Spiegel spricht von einer Regierungskrise, doch eine Aufkündigung durch Union oder SPD ist in den vorliegenden Meldungen nicht zu finden.
„Starbucks übernimmt Chipotle.“ Die Financial Times berichtet nur, Starbucks habe eine Übernahme geprüft. Ein Angebot oder eine Bestätigung der Unternehmen liegt in den vorliegenden Berichten nicht vor.
Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Politik, Wirtschaft, Recht und Sicherheit, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABENach der AfD-Wahl in Magdeburg erreicht die Krise den Kanzler: Krisentreffen der Union, Niedersachsens CDU-Chef verlangt einen „überzeugenden Plan“Innenpolitik · Sachsen-AnhaltWall Street schließt im Minus, KI-Werte fallen nach OpenAI-Zahlen, die Rendite zehnjähriger US-Anleihen sinkt auf 5,23 ProzentMärkte · ZinsenBerngau in der Oberpfalz: Zwei Behördenmitarbeiter sterben bei einer Waffenkontrolle, die Polizei umstellt ein HausPanorama · BayernTrump schließt einen Angriff auf den Iran vor den Wahlen aus, doch am Golf wächst die Gefahr: Huthi-Angriffe auf Riad, Lufthansa setzt Flüge ausAußenpolitik · NahostAltkanzler Schröder besucht Putin zum Geburtstag in Moskau, die Zeit nennt es eine „umstrittene Freundschaft“Politik · Russland