24.806,97DAX · Schluss 8. Okt. · −1,18 %

DailyDrop.

1,1213EUR/USD · Handelsende 8. Okt. · +0,13 %
DAX24,806.97▼1.18%10/8EUR/USD1.1213▲0.13%10/8S&P 5007,801.77▼0.22%10/7WTI$88.28▼1.30%10/7Gold$4,140.70▼1.11%10/7
InnenpolitikPresse ✓ 8 Medien · Zeitplan der Reformen nicht veröffentlicht

Nach vier Stunden Koalitionsausschuss: ein gemeinsames Bekenntnis gegen Extremismus, aber kein Zeitplan für die Reformen

Union und SPD sehen die Demokratie vor einer „historischen Bewährungsprobe“. Im Bundestag verteidigte Finanzminister Klingbeil am selben Tag die Steuerreform; die Union knüpft ihre Zustimmung an Gesetze zu Rente und Arbeitsmarkt.

Nach mehr als vier Stunden Beratung am Mittwochabend haben sich Union und SPD gegen jede Form politischen Extremismus gestellt. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung der Fraktionschefs Thorsten Frei (CDU/CSU), Matthias Miersch (SPD) und Alexander Hoffmann (CSU-Landesgruppe) an die Abgeordneten hervor. Die Demokratie stehe vor einer historischen Bewährungsprobe, heißt es darin. Zu den geplanten Reformen bekannte sich die Koalition zu zügiger Umsetzung, legte aber keinen Zeitplan vor; das Wort „Reform“ taucht in der Erklärung nicht auf. Merz hatte vorab gesagt, eine vollständige Umsetzung des Juli-Pakets bis Weihnachten sei nicht zu schaffen, und hofft auf das Frühjahr 2027. Einen Kabinettsbeschluss zur Rente erwartet er bis Jahresende. Die SPD lehnt die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren ab.

Im Bundestag begann am Donnerstag die erste Lesung der Einkommensteuerreform für 2027. Klingbeil nannte den Entwurf einen fairen Ausgleich: Die Bürger mit kleinen und mittleren Einkommen sollen 2027 und 2028 brutto um rund zehn Milliarden Euro entlastet werden, bei Mehreinnahmen von 4,3 Milliarden Euro; die Reichensteuer greift für sehr hohe Einkommen etwas früher. Als Beispiel nannte er eine Familie mit zwei Kindern und zwei mittleren Einkommen, die jährlich etwa 600 Euro mehr haben soll. Die Union verlangt, dass Arbeitsministerin Bärbel Bas zuerst Gesetzentwürfe zu Arbeitsmarkt und Rente vorlegt, und kritisiert, die Entlastung gleiche nicht einmal die kalte Progression aus. Die Entwürfe gingen an die Ausschüsse; beschlossen ist nichts.

Meldung und DailyDrop-Einschätzung aufklappen
Zahlen des Tages
4 Std.Dauer des Koalitionsausschusses am Mittwochabend (Tagesschau, Handelsblatt)
≈ 10 Mrd. €Brutto-Entlastung der Einkommensteuerreform 2027/28; Mehreinnahmen 4,3 Mrd. €
≈ 600 €jährliche Entlastung für eine Beispielfamilie laut Klingbeil
Wirtschaft · KonjunkturQuelle ✓ Wirtschaftsministerium, Herbstprojektion · Presse ✓ 7 Medien

Die Bundesregierung hebt ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 1,3 Prozent an. Für 2027 erwartet sie 1,1 Prozent und drei Prozent Inflation

Das Wirtschaftsministerium rechnet in seiner Herbstprojektion für 2026 mit einem Wachstum von 1,3 Prozent, nach bisher 0,5 Prozent, und für 2027 mit 1,1 Prozent, nach 0,9. Für 2028 sind 0,6 Prozent vorgesehen. Die Forschungsinstitute kommen im Herbstgutachten laut Reuters auf dieselben Werte. Die Inflation soll 2026 im Schnitt 2,7 Prozent betragen, 2027 3,0 Prozent und 2028 2,2. Die Exporte sollen 2026 um 3,7 Prozent zulegen, der private Konsum nur um 0,3 Prozent; die Arbeitslosenquote bleibt bei 6,4 Prozent. Das Ministerium nennt die Wirtschaft widerstandsfähiger als erwartet; Ministerin Katherina Reiche warnt vor Euphorie und verlangt Strukturreformen. Als Risiko gelten die Kriege im Iran und in der Ukraine.

Aufklappen
Wort des Tages
HerbstprojektionWirtschaft

Die Konjunkturvorhersage, die die Bundesregierung zweimal im Jahr vorlegt. Sie dient als Grundlage für Steuerschätzung und Haushaltsplanung und weicht oft nur leicht von den Gutachten der Forschungsinstitute ab.


Politik · Sachsen-AnhaltPresse ✓ 7 Medien · Rücktrittsforderungen intern, ohne Namen

CDU in Sachsen-Anhalt vor der Zerreißprobe: Abgeordnete verlangen den Rücktritt von Schulze, Radtke fordert Parteiausschluss für Abweichler

Zwei Tage nach der Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten wird die Lage der CDU in Magdeburg schwieriger. Rausch erhielt nach Berichten 48 Ja-Stimmen, 29 Abgeordnete stimmten dagegen, fünf enthielten sich. Ministerpräsident Sven Schulze hatte seine Fraktion aufgerufen, sich zu enthalten; daran hielten sich wenige der 15 CDU-Abgeordneten. Die Fraktion ist von 40 auf 15 Mitglieder geschrumpft. Nach Süddeutscher Zeitung und MDR verlangen CDU-Abgeordnete intern Schulzes Rücktritt, ein stellvertretender CDU-Bundesfraktionsvorsitzender kritisierte ihn öffentlich.

CDA-Chef Dennis Radtke verlangt ein Parteiausschlussverfahren, falls sich bestätigt, dass CDU-Abgeordnete für Rausch stimmten. CDU-Landesvize Tullner sagte der FAZ, man sei keine AfD-Hilfstruppe. Im ZDF-Politbarometer sehen gut zwei Drittel der Befragten in der AfD eine Gefahr für die Demokratie. Pistorius’ Nationalhymne beim SPD-Protestmarsch bleibt Debattenthema. Ein Landesparteitag der CDU ist für Anfang Dezember geplant.

Aufklappen
Märkte · EnergieQuelle ✓ Börsenschluss, EZB-Referenzkurs · Presse ✓ 6 Medien

Der Dax schließt 1,18 Prozent tiefer bei 24.807 Punkten. Brent springt auf über 105 Dollar, bis Trump Angriffe auf den Iran vor den Midterms ausschließt

Der Dax schloss am Donnerstag 1,18 Prozent tiefer bei 24.806,97 Punkten. Er rutschte schon zum Start unter 25.000 und fiel zeitweise unter 24.800, den tiefsten Stand seit Ende Juli. Als Gründe nennen dpa-AFX, onvista und Handelsblatt hohe Anleiherenditen und Ölpreise sowie Sorgen um Frankreichs Staatsdefizit. Der Euro Stoxx 50 verlor mittags 1,1 Prozent, der MDax 1,1 Prozent; Infineon gab über 3 Prozent nach, die Autozulieferer Aumovio und Schaeffler verloren im MDax teils mehr als 6 Prozent. Der Euro kostete am Abend 1,1213 Dollar; die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,1186 festgesetzt, nach 1,1177 am Mittwoch.

Die Ölpreise sprangen, nachdem Axios, NBC und „The Atlantic“ berichtet hatten, das Weiße Haus erwäge neue Angriffe auf den Iran, möglicherweise noch vor den Zwischenwahlen. Brent stieg zeitweise um mehr als 5 Prozent auf 105,46 Dollar; Bloomberg nennt zudem einen Hurrikan, der US-Förderung stilllegt. Am Nachmittag schrieb Trump auf Truth Social, die USA würden den Iran zu keinem Zeitpunkt vor den Wahlen am 3. November angreifen; die Seeblockade bleibe, Angriffe danach schloss er laut Scripps nicht aus. Der Ölpreis gab einen Teil der Gewinne ab, die Wall Street stand weiter unter Druck. Entlastend wirkt, dass die Ölexporte vom Persischen Golf fast 80 Prozent des Vorkriegsniveaus erreichen; die IEA beschleunigt die Freigabe von Ölreserven. Samsung kündigte einen Rekordgewinn an, TSMC einen um 51 Prozent höheren Quartalsumsatz.

Aufklappen

Außenpolitik · EuropaPresse ✓ 6 Medien

Neuer britischer Premier Burnham bei Merz: Der Freundschaftsvertrag tritt in Kraft, beide Länder wollen Cyberabwehr und Sabotageabwehr gemeinsam stärken

Bundeskanzler Friedrich Merz empfing den britischen Premierminister Andy Burnham am Donnerstag im Kanzleramt zum Antrittsbesuch. Zum Auftakt gab es militärische Ehren. Am Nachmittag setzten beide den vor einem Jahr in London unterzeichneten Freundschaftsvertrag (Kensington-Vertrag) durch den Austausch der Ratifizierungsurkunden in Kraft. Er nennt Sabotage, Cyberangriffe, ausländische Einflussnahme und den Missbrauch neuer Technologien als Felder engerer Zusammenarbeit. Die britische Regierung kündigte dafür eine neue Sicherheitspartnerschaft an.

Weitere Themen waren die Unterstützung der Ukraine und die Lage im Nahen Osten. Nach Berichten zeigte sich Burnham offen dafür, dass Deutschland dem Kampfjet-Programm GCAP beitritt, das Großbritannien mit Italien und Japan betreibt; ein gemeinsames Wirtschaftsforum ist geplant. Der Besuch fällt in eine Woche, in der der britische Dienst MI6 mögliche Informationsabflüsse beim BND prüft, nachdem der frühere BND-Chef Hanning in Untersuchungshaft kam; am Donnerstag ordnete das Bundestagsgremium eine Sonderprüfung an.

Aufklappen
Kurz gefasst
  • Gericht erklärt den Fernverkehrsbeschluss der Bundesnetzagentur für rechtswidrig; die Bahn muss keine Kapazitäten für Konkurrenz freihaltenFAZ · Spiegel · Handelsblatt · Zeit
  • Bundestagsgremium ordnet Sonderprüfung im Fall Hanning an; der BND soll die Nebentätigkeit des früheren Büroleiters genehmigt habenHandelsblatt · Spiegel · Tagesspiegel
  • Niedersachsens SPD-Fraktionschef Stefan Politze tritt zurück, nachdem der Landtag seine Immunität aufgehoben hatZeit · Spiegel · Tagesschau
  • Nato kündigt eine Atomwaffen-Übung an, die Bundeswehr nimmt teilSpiegel · Zeit · Handelsblatt
  • US-Justiz erweitert die Anklage gegen Maduro und seine Frau um den Vorwurf der FolterFAZ · Zeit · Spiegel
  • Audi will mit dem Betriebsrat über weitere Einsparungen verhandeln und zieht die SchlechtwetterklauselZeit · SZ · Spiegel · Handelsblatt
  • WWF: Tierbestände weltweit um 73 Prozent geschrumpftSpiegel · SZ · Zeit · Tagesschau
  • Samsung stellt Rekordgewinn in Aussicht, TSMC steigert den Quartalsumsatz um 51 ProzentHandelsblatt · Tagesschau
Sieben Minuten jeden Abend, eine Titelseite — siehe Über uns

Unbestätigt — was wir nicht belegen konnten

„Die USA greifen den Iran vor den Zwischenwahlen an.“ Axios, NBC und „The Atlantic“ berichten über Optionen; Trump dementierte am Nachmittag Angriffe vor dem 3. November, schloss sie danach aber nicht aus. Eine Entscheidung ist nicht belegt.
„Die CDU-Fraktion in Magdeburg spaltet sich.“ Mehrere Medien berichten über die Gefahr einer Spaltung und interne Rücktrittsforderungen an Schulze; öffentlich bestätigt ist beides nicht.
„Bei dem Busangriff in Kramatorsk starben 33 Menschen.“ Der Militärgouverneur nennt 30 Tote und 18 Verletzte. Die Zahl 33 stammt von einem österreichischen Medium; unabhängig überprüfbar ist keine von beiden.
Glossar · gepunktete Wörter — Begriffe aus Wirtschaft, Recht, Sicherheit und Wissenschaft, im Zusammenhang der Meldung erklärt. Die Liste wächst täglich.
IN DIESER AUSGABENach vier Stunden Koalitionsausschuss: ein gemeinsames Bekenntnis gegen Extremismus, aber kein Zeitplan für die ReformenInnenpolitikDie Bundesregierung hebt ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 1,3 Prozent an. Für 2027 erwartet sie 1,1 Prozent und drei Prozent InflationWirtschaft · KonjunkturCDU in Sachsen-Anhalt vor der Zerreißprobe: Abgeordnete verlangen den Rücktritt von Schulze, Radtke fordert Parteiausschluss für AbweichlerPolitik · Sachsen-AnhaltDer Dax schließt 1,18 Prozent tiefer bei 24.807 Punkten. Brent springt auf über 105 Dollar, bis Trump Angriffe auf den Iran vor den Midterms ausschließtMärkte · EnergieNeuer britischer Premier Burnham bei Merz: Der Freundschaftsvertrag tritt in Kraft, beide Länder wollen Cyberabwehr und Sabotageabwehr gemeinsam stärkenAußenpolitik · Europa